10-Schritte zum local Skatepark.

Unser Skatepark Support für engagierte Skater.

Unser Angebot richtet sich nicht nur an Städte und Gemeinden, sondern auch an Skater, die bereit sind sich für die Verwirklichung ihres local Skateparks zu engagieren. Der Weg dahin ist nicht leicht, doch mit Weitsicht, viel Eigeninitiative und Fokus auf die richtigen öffentlichen Instanzen keinesfalls unmöglich. Unser Skatepark Support – der 10-Schritte-Plan zum local Skatepark.

Verbündet Euch!

Gemeinsam ist man stärker. Schließt euch zu einer Interessengemeinschaft zusammen und konkretisiert euer Anliegen: Ihr seid eine Gruppe gleichgesinnter, aktiver Menschen, die einen festen Platz für ihre Sportart brauchen, der in dieser Form bislang fehlt. Klare Sache, diese Grundsituation kann jeder nachvollziehen. Das ist wichtig, um von der Stadt gehört und ernstgenommen zu werden. Wählt auch einen Vertreter – einen Pressesprecher oder Leiter für Öffentlichkeitsarbeit – der für euch spricht und eure Interessen als Ansprechperson vertritt.

„MACHT EUREN ZUSAMMENSCHLUSS AMTLICH“

Gründet einen Verein, der als Träger eures Anliegens fungiert. Ihr habt die Möglichkeit einen Sportverein oder einen Verein zur Förderung von Jugend & Kultur zu organisieren. Wenn ihr für euer Skatepark-Anliegen einen Sportverein gründet, dann könnt ihr auch beim Sportamt öffentliche Gelder beantragen. Im Gegenzug hätte ein Verein zur Förderung der Jugendkultur als klassische Anlaufstelle das Amt für Kinder und Jugendinteressen als Ziel (Jugendamt).

Um einen Verein zu gründen, braucht ihr einen Namen für euren Verein – denkt daran, dass ihr unter diesem Namen öffentlich agieren werdet – sowie eine Vereinssatzung als Grundlage eurer Ziele und Vorsätze. Hier jeweils ein Beispiel für die Satzung eines Sportvereins, sowie für einen Verein zur Förderung der Jugendkultur:

Sportverein (mit freundlicher Unterstützung des North Brigade e.V.)

Verein zur Förderung der Jugendkultur (mit freundlicher Unterstützung des Dom Skateboard e.V.)

Im nächsten Schritt wählt ihr ein Präsidium für euren Verein und klärt, welche Formalien ihr sonst noch erfüllen müsst (kann regional verschieden sein). Weitere Informationen und Mustervordrucke zur Vereinsgründung findet ihr auch im Internet.

Als eingetragener Verein habt ihr viele Vorteile, etwa könnt ihr Zuschüsse und Fördermittel aus öffentlicher Hand für eure Projekte beantragen (siehe 7. SPONSOREN & FINANZIERUNG). Sportvereine erhalten in der Regel etwas höhere Fördermittel, allerdings auch nur in bestimmten Zeiträumen. Mit einem Verein zur Förderung von Jugend & Kultur seid ihr etwas breiter aufgestellt und könnt so versuchen, in verschiedenen Fördertöpfen berücksichtig zu werden. Beide Vereinsformen haben weiterhin die Möglichkeit, finanzielle Unterstützung durch Vereins-Wettbewerbe, Spenden und Fördertöpfe zu generieren – alles Dinge, die als unorganisierte Gruppe von Skatern kaum möglich sind zu bekommen.

Bitte bedenken: Gleichzeitig sind mit dem Status als Verein auch einige Verpflichtungen verbunden, nicht zuletzt ordentliche Buchführung der Einnahmen und Ausgaben sowie Protokoll von Sitzungen und Initiativen.

Legt die Ziele fest.

Überlegt euch ein grundlegendes Konzept für den Skatepark und legt die wichtigsten Kriterien fest, etwa Größe, Stil und Design des Parks. Klärt hier unbedingt zuerst, welche Ziele ihr mit dem Park erreichen wollt: Sollen z.B. große Contests stattfinden? Außerdem auch ganz wichtig: Welche Nutzergruppen soll der Park bedienen? Also: Soll der Park etwa auch von BMXern, Inlinern und Scooter-Kids benutzt werden? Oder geht es um einen 100% Skateboard-Park? Eine entscheidende Frage, immerhin hat sie Konsequenzen bis ins tatsächliche Design der Anlage (siehe 8. PARK-DESIGN).

Stichwort Design: Wenn es z.B. um die Planung einer Street Area geht, solltet ihr festlegen, ob ihr so etwas wie einen „Street Plaza“ haben möchtet oder eher einen Flow-Park, also einen geschlossenen Park mit vielen Transitions, Speed-Wobbles und sonstigen Features, die den Bedarf zum Anpushen möglichst reduzieren.

Wägt ab, ob es beispielsweise eine Bowl- oder Street-Area geben soll und achtet darauf den Park für alle „Level“ und Leistungsniveaus fahrbar zu gestalten. Das bedeutet vor allem, dass auch Einsteiger coole Features zum Skaten finden – dann würdet ihr auch das Thema „Nachwuchsförderung“ integrieren.

Ein gelungenes Skatepark-Konzept zeigt den Vertretern der Stadt auch auf, warum ein Skatepark gebraucht wird und welche Vorteile dadurch für die Szene/Jugend entstehen. Weiterhin sollte im Konzept bereits erörtert werden, wie der Skatepark letztendlich realisiert und gebaut werden soll: Wird es ein DIY-Projekt oder soll es eine Auftragsarbeit bei einer Skatepark-Firma (siehe 9. SKATEPARK COMPANY) werden? Bei dieser Entscheidung sind natürlich auch die Größe des Projekts und finanzielle (Eigen-)Mittel ausschlaggebend.

Mit Blick auf Förderung (siehe 7. SPONSOREN & FINANZIERUNG) gilt auch im Kopf zu behalten, dass die Vergabe von öffentlichen Geldern immer eine politische Angelegenheit ist. Je mehr Nutzergruppen den Skatepark nutzen können, desto einfacher ist es, öffentliche Gelder für ein Projekt zu bekommen, da es stärker der Allgemeinheit dient. Die Politiker müssen die Idee ja auch im Stadtrat oder anderen Gremien „verkaufen“ können, also versetzt euch in ihre Lage und liefert Argumente bereits auf der Konzeptebene.

Sucht den passenden Platz.

Sucht eine geeignete Fläche für euren Skatepark, die von der Größe und ihren Rahmenbedingungen her geeignet ist. Beachtet dabei auch, dass es einen großen Unterschied macht, ob ein bereits bestehender Skatepark saniert werden soll oder eine neue Fläche erst von Grund auf für die Skateparknutzung erschlossen werden muss. In letzterem Fall müsst ihr euch auch um einige Auflagen und Vorschriften kümmern, darunter Lärmschutzgutachten, Bodengutachten, Baugenehmigung und vieles weitere. Ihr könnt auch Kontakt zu eurem Sport- und Jugendamt aufnehmen und klären, ob gegebenenfalls Flächen vorhanden sind, die ungenutzt sind und eventuell für eure Initiative genutzt werden könnten.

Nehmt Kontakt zur Stadt auf.

Sobald ihr euch organisiert und eure Ziele klar formuliert habt, müsst ihr die Initiative ergreifen. Tretet mit der Gemeinde in Kontakt, präsentiert euer Konzept und erläutert den Mehrwert eines modernen Skateparks in klar nachvollziehbarer, für die „breite Öffentlichkeit“ verständlicher Sprache. Dabei spielen sportliche als auch soziale Punkte eine Rolle, etwa: „Wir holen die Kids von der Straße weg“, „Wir bieten gelebte Integration“, „Wir sprechen Jugendliche mit einer modernen Sportart an“ sowie „Skateboarding wird eventuell 2020 als olympische Disziplin anerkannt“. Versetzt euch in die Köpfe der Entscheidungsträger und haltet in der Stadt Ausschau nach verwandten Themen und Initiativen (Synergieeffekte). Durch eine Unterschriftenaktion könnt ihr zusätzlich den Bedarf und das Interesse an eurem Projekt belegen – je mehr Unterschriften, desto besser. In einigen Städten hat sich auch die Durchführung einer öffentlichen „Demonstration“ mit Plakaten und Skateboarding in der Innenstadt bewährt – dabei auf jeden Fall der Presse bescheid sagen (siehe 6. PRESSE).

Bringt euer Projekt an die Öffentlichkeit.

Bringt euer Anliegen in die lokale Presse, so erreicht ihr viele Menschen – darunter auch potenzielle Sponsoren – die nicht nur mit modernen Medien umgehen, sondern auch die gute alte Zeitung lesen. Eine gute Anlaufstelle zum Vereinbaren von Presseterminen oder zum Bekanntgeben von Veranstaltungen, Vorträgen und anderen Aktionen des Vereins ist das Sekretariat der Lokalredaktion eurer Zeitung. Von dort aus werden Termine an Fotografen und Journalisten vergeben und Angebote für Berichterstattung in die Redaktionssitzung weitergeleitet.

Nutzt aber neben den Printmedien auch das Web! Speziell für die aktive und junge Zielgruppe steht ihr so im Mittelpunkt des Interesses. Ihr aktiviert auch auf diesem Weg schnell weitere Fans und Aufmerksamkeit, etwa über eure eigene Homepage, Facebook-Seite oder Instagram-Account. Nicht zu vergessen ist auch Erwähnung der Fundraising-Seite des Vereins und Skateparkprojekts, sofern ihr diese eingerichtet habt (siehe 7. SPONSOREN & FINANZIERUNG).

Besorgt das Geld.

Erfahrungsgemäß werden Skateparks in Deutschland fast immer zum größten Teil durch öffentliche Gelder finanziert. Aber diese Gelder werden nicht ohne Weiteres bereitgestellt, sondern häufig erst bewilligt, sofern der Träger einen gewissen Eigenanteil stellen kann. Dieser Anteil wird meistens durch Sponsorengelder und Spenden mobilisiert. Einen soliden Grundbetrag bringt ihr so auf den Tisch:

a) Sponsoren
Sponsoren gibt es genügend, aber sie haben andere Kommunikationsansprüche als öffentliche Träger. Egal, ob ihr Marken aus der Skate-Branche angeht, Lifestyle-Marken oder lokale Marken aus der Region (z.B. Energie-Anbieter) mit breiterem Publikum: Als erstes ist es wichtig, dass ihr für euer Projekt eine gute Präsentation zusammenstellt, die eure Ziele möglichst visuell und nachvollziehbar darstellt.

Die wichtigste Frage ist auch: Was bietet ihr den Sponsoren im Gegenzug? Banner-Werbungen oder gebrandete Obstacles vor Ort, exklusive Kooperation bei Aktionen und Contests? Eine gute Präsentation stellt den Nutzen für die Sponsoren in den Mittelpunkt. Tipp: Wenn ein Vereinsmitglied in einer Werbe- oder PR-Agentur arbeitet und Zugang zu Grafikdesign, Fotos und redaktionellen Ressourcen hat, umso besser. Sucht am besten potenzielle Sponsoren auf verschiedenen Ebenen, die ihr gezielt ansprechen könnt, vom Skateshop bis zur hiesigen Sparkasse bis zum Skateboard-Großhändler.

Bitte beachten, dass es für die Einbindung von Sponsoren in öffentliche Projekte und Bauwerke häufig Einschränkungen gibt! Die Möglichkeiten der „Vermarktung“ sind aber von Projekt zu Projekt, von Amt zu Amt unterschiedlich.

b) Spenden
Neben dem klassischen „Spenden sammeln“ gibt es auch das Fundraising im Internet. Hier kann sich jeder User mit seiner Spende beteiligen und direkt mit einem Mausklick „Gutes tun“. Im Internet könnt ihr ganz einfach einige dieser Plattformen finden und euer Projekt entsprechend lancieren. Auch hier gilt: Präsentation ist Trumpf und ein gekonnter Auftritt mobilisiert Spenden (siehe auch 6. PRESSE). Ebenfalls öffentlichkeitswirksam ist das Veranstalten von Fundraising-Events (Partys / Konzerte / Merchandise), um so weitere Eigenmittel zu generieren. Durch regelmäßige Aktionen könnt ihr auch dazu beitragen, eure Aktion „lebendig“ zu halten. Das ist wichtig, denn euch Skatern fehlt ja ein fester, legaler Platz – also lauft nicht Gefahr bei der Bevölkerung „aus den Augen, aus dem Sinn“ zu sein.

c) Stiftungen
Stiftungen bieten eine weitere Möglichkeit, Gelder zu mobilisieren. Stiftungsgelder unterliegen nicht den Stadtkassen und werden auch meist in anderen Zeiträumen ausgeschüttet und verteilt. Stiftungen gibt es auf lokaler Ebene, etwa die Bürgerstiftung einer Stadt, oder auch gewerblich durch Sparkassen und Volksbanken. Hört euch auch um, ob es bei euch in der Stadt eventuell ein Spendenparlament gibt. Dort werden nämlich ebenfalls gute Projekte mit kleineren Teilsummen gefördert, also lohnt sich ein Besuch.

d) Öffentliche Gelder
Natürlich stehen auch öffentliche Gelder für jugendorientierte Projekte bereit. Diese könnt ihr über die jeweiligen Ressorts im Jugendamt oder Sportamt anfragen. Letztere verfügen auch über Infos zu den Budgets für Kunstrasenplätze oder Turnhallen und andere Anlagen für den Sport. Skateparks fallen in vielen Städten auch unter die Kategorie Spielplätze. In diesem Fall kommt das Budget für Skateparks dann nicht vom Sportamt, sondern vom Amt für Kinder und Jugendinteressen. Ferner wird bei einem Skatepark in der Regel das Grünflächenamt hinzugezogen, da es für den Bau von Spielplätzen zuständig ist. Infos darüber findet ihr meist auf den städtischen Homepages unter „Förderung“.

Je nach Art und Größenordnung des Projekts gibt es auch Hilfsgelder auf kommunaler, nationaler oder europaweiter Ebene, die ihr beantragen könnt. Die Abgabefristen für Anträge sind grundsätzlich im ersten Quartal eines Jahres. Ein umfassendes Sportförderungsprogramm gibt es grundsätzlich überall in Deutschland, aber die einzelnen Bundesländer und Kommunen sind für Richtlinien, Bedingungen und Höhe der Fördermittel selbst zuständig.

Beim Antrag auf öffentliche Fördergelder sind folgende Leitindikatoren zu beachten, die am besten auch bereits im Konzept eures Skateparkprojekts (siehe 3. KONZEPT) als „roter Faden“ eingearbeitet sind:
– Der Park muss einer breiten Nutzergruppe zur Verfügung stehen.
– Der Kosten-/Nutzen-Faktor sollte in einem positiven Verhältnis stehen (Pluspunkt für öffentliche Parks).
– Eine Gemeinnützigkeit der Anlage ist ebenfalls ein Bonus, etwa wenn der Park von Schulen genutzt werden kann.
– Die Sportstätte muss mindestens 20 Jahre lang genutzt werden können, aber diese Frist ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich.

In der Vorbereitung für den Antrag auf öffentliche Fördergelder sollten die folgenden Grundlagen erfüllt werden:
– Schöpft alle potenziellen Sponsoren und Partner (siehe 7 a) SPONSOREN) so gut ihr könnt aus.
– Verwaltet ein festes Grundbudget, da die Kommune in der Regel nicht den vollen Betrag übernimmt, sondern oft nur einen Teil der Kosten.
– Der Verein muss in der Lage sein, eine gut strukturierte Projektidee vorzustellen, möglichst auch mit einer bereits vorhanden Skizze des Parks (siehe 3. KONZEPT).
– Lasst wie bereits erwähnt die Vorteile für die Öffentlichkeit klar mit einfließen.
– Stellt euch darauf ein, dass der Verein das Projekt in der Öffentlichkeit präsentieren muss und bereitet euch gut darauf vor. Wählt dazu einen Pressesprecher oder Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, der solche Aufgaben übernimmt (siehe 1. COMMUNITY).

Merke: Es gibt keinen formalen Anspruch auf die Förderung eines Skateparks mit öffentlichen Mitteln. Die Zuteilung von öffentlichen Geldern für ein Skateparkprojekt ist immer auch ein politischer Prozess. Aus diesem Grund solltet ihr beim Pitch besonders viel Durchhaltevermögen haben und immer wieder nachhaken, wenn es um öffentliche Gelder geht.“

Gestaltet euren Park.

Jetzt wird’s konkret! Das Design eures Parks ist der entscheidende Faktor um sicher zu stellen, dass ihr viele Jahre mit Spaß bei der Sache sein könnt. Grundsätzlich sollte sich natürlich das Park-Design an den im voraus festgelegten Zielen orientieren (siehe 3. KONZEPT) und alle Erwartungen erfüllen (Nachwuchstauglichkeit, Street oder Bowl, etc.). Bevor es an die Finalisierung des Designs geht und die Integration von Partnern und Unterstützern ansteht, sollte das Park-Design so anspruchsvoll wie möglich gestaltet sein. Im Idealfall könnt ihr euch professionelle Hilfe dazu nehmen: Involviert Skater, die bereits einen Park geplant haben oder arbeitet direkt mit einer professionellen Agentur bzw. einem Architekten zusammen, der entsprechende Erfahrungen hat. So lassen sich genau die Fehler vermeiden, die jemand macht, der zum ersten Mal einen Skatepark plant!

Es ist auch ratsam, bei der Gestaltung des Designs öffentlich um Mithilfe aufzurufen. Ihr seid ja in gemeinnütziger Sache unterwegs, also sollten die Leute auch ihre Meinung und Wünsche äußern können. Zum Beispiel könntet ihr eine kleine Umfrage auf Facebook starten („Was muss der Park können?“, „Welche Obstacles hättet ihr am liebsten?“ „Welche Features sollten noch ergänzt werden?“ etc.) So kann sich jeder Interessierte einbringen und nachher fühlt sich niemand übergangen. Wertet diese Umfrage später durch ein „Expertenteam“ aus und gebt die Infos an den Skateparkdesigner weiter.

ACHTUNG: FALSCHER KOMPROMISS!

Ein häufiges Problem bei der Planung von Skateparks mit öffentlichen Mitteln ist, dass man mehr Wünsche und unterschiedliche Vorstellungen unter einen Hut bringen muss, als mit dem vorhandenen Budget und Platz zu berücksichtigen wäre. Hier gilt es, die richtigen Prioritäten zu setzen und ein gutes Design zu entwickeln! Da solche Aspekte aber oft als Geschmacksache angesehen werden und dann oftmals Meinung gegen Meinung steht, ist es ratsam, sich für diese Problematik externe Hilfe zu holen, die mit solchen Situationen vertraut sind und mit euch gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

Das wichtigste ist, dass der Park funktioniert und Spaß macht, d.h. auch später entsprechend genutzt wird. Aus Sicht der Stadt wird der Erfolg einer Investition in einen Skatepark daran gemessen, wie stark der Park genutzt wird und dass es keine Probleme mit den Anwohnern gibt (Lärm und Müll).“

Wählt den richtigen Skateparkbauer aus.

In der Regel müssen Projekte der Stadt öffentlich ausgeschrieben und an Baufirmen vergeben werden, um Transparenz zu gewährleisten. Es sind ja Gelder der Steuerzahler im Spiel. Der Umfang der Ausschreibung richtet sich vor allem nach der Höhe des Budgets. Trotz dieses bürokratischen Vorgangs ist es häufig möglich, als „Sachverständige“ – und das seid ihr ja als Skateboardverein – eure bevorzugte Skatepark-Company ins Gespräch zu bringen. Sucht euch daher diejenigen Parks in Deutschland heraus, die euch gefallen und recherchiert, wer sie gebaut hat. Entsprechende Referenz-Projekte sind der wichtigste Anhaltspunkt für die Wahl der Firma.

Merke: Es ist wichtig, bestimmte Qualitätskriterien bereits in der Ausschreibung festzulegen, damit nicht zwangsläufig der günstigste Anbieter den Auftrag bekommt, sondern der, der die gewünschten Vorgaben am besten umsetzen kann.

Unabhängig vom Budget oder Projektstil empfehlen wir ganz klar möglichst mit Ortbeton – also Beton, der vor Ort auf der Baustelle verarbeitet wird – zu bauen, anstatt mit Fertigelementen. Das ist in der Regel günstiger, man ist flexibler und das Ergebnis entspricht wesentlich besser den Erwartungen der Skate-Szene.

Gerade in dieser heißen Planungsphase heißt es „am Ball bleiben“, denn ihr wollt ja nicht, dass euer „Baby“ beim falschen Skateparkbauer landet.

Bleibt dran.

Jetzt gilt es, auf der Zielgeraden nicht die Puste zu verlieren. „Dran bleiben und die Kontrolle behalten“ lautet die Devise. Bestimmt intern einen Projektleiter als festes Bindeglied zwischen Stadt und Designer, der immer die Hand am Handy hat, falls er gebraucht wird. Ebenso ist ein Bauleiter als Vertreter vor Ort sinnvoll. Er fungiert auch als Ansprechpartner für den Skateparkdesigner und gegebenenfalls als Koordinator der verschiedenen beteiligten Gewerke. Theoretisch ist es für den Verein auch möglich, die sogenannte „künstlerische Oberbauleitung“ in Abstimmung mit der Stadt und dem Architekten für das Projekt zu übernehmen.

Grundsätzlich ist entscheidend, dass ihr sehr eng an der Umsetzung mitarbeitet und offene Kommunikationsstrukturen pflegt. Häufig ergeben sich im Zuge des Baus immer wieder Fragestellungen und neue Situationen, bei denen eine neue Entscheidung getroffen werden muss – und zwar mit Verständnis für „Skate-Details“. Wir alle wissen, dass es einen großen Unterschied macht, wenn die Curbs zu niedrig oder Rails ein paar Zentimeter zu hoch sind, also habt keine Angst den Leuten auf die Nerven zu gehen – wenn der Beton erst mal hart ist, war es zu spät…

Also: Organisiert euch und tretet gemeinsam für euren Local-Skatepark ein – es lohnt sich!

Community

Verbündet Euch!

Gemeinsam ist man stärker. Schließt euch zu einer Interessengemeinschaft zusammen und konkretisiert euer Anliegen: Ihr seid eine Gruppe gleichgesinnter, aktiver Menschen, die einen festen Platz für ihre Sportart brauchen, der in dieser Form bislang fehlt. Klare Sache, diese Grundsituation kann jeder nachvollziehen. Das ist wichtig, um von der Stadt gehört und ernstgenommen zu werden. Wählt auch einen Vertreter – einen Pressesprecher oder Leiter für Öffentlichkeitsarbeit – der für euch spricht und eure Interessen als Ansprechperson vertritt.

Vereins-Gründung

„MACHT EUREN ZUSAMMENSCHLUSS AMTLICH“

Gründet einen Verein, der als Träger eures Anliegens fungiert. Ihr habt die Möglichkeit einen Sportverein oder einen Verein zur Förderung von Jugend & Kultur zu organisieren. Wenn ihr für euer Skatepark-Anliegen einen Sportverein gründet, dann könnt ihr auch beim Sportamt öffentliche Gelder beantragen. Im Gegenzug hätte ein Verein zur Förderung der Jugendkultur als klassische Anlaufstelle das Amt für Kinder und Jugendinteressen als Ziel (Jugendamt).

Um einen Verein zu gründen, braucht ihr einen Namen für euren Verein – denkt daran, dass ihr unter diesem Namen öffentlich agieren werdet – sowie eine Vereinssatzung als Grundlage eurer Ziele und Vorsätze. Hier jeweils ein Beispiel für die Satzung eines Sportvereins, sowie für einen Verein zur Förderung der Jugendkultur:

Sportverein (mit freundlicher Unterstützung des North Brigade e.V.)

Verein zur Förderung der Jugendkultur (mit freundlicher Unterstützung des Dom Skateboard e.V.)

Im nächsten Schritt wählt ihr ein Präsidium für euren Verein und klärt, welche Formalien ihr sonst noch erfüllen müsst (kann regional verschieden sein). Weitere Informationen und Mustervordrucke zur Vereinsgründung findet ihr auch im Internet.

Als eingetragener Verein habt ihr viele Vorteile, etwa könnt ihr Zuschüsse und Fördermittel aus öffentlicher Hand für eure Projekte beantragen (siehe 7. SPONSOREN & FINANZIERUNG). Sportvereine erhalten in der Regel etwas höhere Fördermittel, allerdings auch nur in bestimmten Zeiträumen. Mit einem Verein zur Förderung von Jugend & Kultur seid ihr etwas breiter aufgestellt und könnt so versuchen, in verschiedenen Fördertöpfen berücksichtig zu werden. Beide Vereinsformen haben weiterhin die Möglichkeit, finanzielle Unterstützung durch Vereins-Wettbewerbe, Spenden und Fördertöpfe zu generieren – alles Dinge, die als unorganisierte Gruppe von Skatern kaum möglich sind zu bekommen.

Bitte bedenken: Gleichzeitig sind mit dem Status als Verein auch einige Verpflichtungen verbunden, nicht zuletzt ordentliche Buchführung der Einnahmen und Ausgaben sowie Protokoll von Sitzungen und Initiativen.

Konzept

Legt die Ziele fest.

Überlegt euch ein grundlegendes Konzept für den Skatepark und legt die wichtigsten Kriterien fest, etwa Größe, Stil und Design des Parks. Klärt hier unbedingt zuerst, welche Ziele ihr mit dem Park erreichen wollt: Sollen z.B. große Contests stattfinden? Außerdem auch ganz wichtig: Welche Nutzergruppen soll der Park bedienen? Also: Soll der Park etwa auch von BMXern, Inlinern und Scooter-Kids benutzt werden? Oder geht es um einen 100% Skateboard-Park? Eine entscheidende Frage, immerhin hat sie Konsequenzen bis ins tatsächliche Design der Anlage (siehe 8. PARK-DESIGN).

Stichwort Design: Wenn es z.B. um die Planung einer Street Area geht, solltet ihr festlegen, ob ihr so etwas wie einen „Street Plaza“ haben möchtet oder eher einen Flow-Park, also einen geschlossenen Park mit vielen Transitions, Speed-Wobbles und sonstigen Features, die den Bedarf zum Anpushen möglichst reduzieren.

Wägt ab, ob es beispielsweise eine Bowl- oder Street-Area geben soll und achtet darauf den Park für alle „Level“ und Leistungsniveaus fahrbar zu gestalten. Das bedeutet vor allem, dass auch Einsteiger coole Features zum Skaten finden – dann würdet ihr auch das Thema „Nachwuchsförderung“ integrieren.

Ein gelungenes Skatepark-Konzept zeigt den Vertretern der Stadt auch auf, warum ein Skatepark gebraucht wird und welche Vorteile dadurch für die Szene/Jugend entstehen. Weiterhin sollte im Konzept bereits erörtert werden, wie der Skatepark letztendlich realisiert und gebaut werden soll: Wird es ein DIY-Projekt oder soll es eine Auftragsarbeit bei einer Skatepark-Firma (siehe 9. SKATEPARK COMPANY) werden? Bei dieser Entscheidung sind natürlich auch die Größe des Projekts und finanzielle (Eigen-)Mittel ausschlaggebend.

Mit Blick auf Förderung (siehe 7. SPONSOREN & FINANZIERUNG) gilt auch im Kopf zu behalten, dass die Vergabe von öffentlichen Geldern immer eine politische Angelegenheit ist. Je mehr Nutzergruppen den Skatepark nutzen können, desto einfacher ist es, öffentliche Gelder für ein Projekt zu bekommen, da es stärker der Allgemeinheit dient. Die Politiker müssen die Idee ja auch im Stadtrat oder anderen Gremien „verkaufen“ können, also versetzt euch in ihre Lage und liefert Argumente bereits auf der Konzeptebene.

Location

Sucht den passenden Platz.

Sucht eine geeignete Fläche für euren Skatepark, die von der Größe und ihren Rahmenbedingungen her geeignet ist. Beachtet dabei auch, dass es einen großen Unterschied macht, ob ein bereits bestehender Skatepark saniert werden soll oder eine neue Fläche erst von Grund auf für die Skateparknutzung erschlossen werden muss. In letzterem Fall müsst ihr euch auch um einige Auflagen und Vorschriften kümmern, darunter Lärmschutzgutachten, Bodengutachten, Baugenehmigung und vieles weitere. Ihr könnt auch Kontakt zu eurem Sport- und Jugendamt aufnehmen und klären, ob gegebenenfalls Flächen vorhanden sind, die ungenutzt sind und eventuell für eure Initiative genutzt werden könnten.

Gemeinde

Nehmt Kontakt zur Stadt auf.

Sobald ihr euch organisiert und eure Ziele klar formuliert habt, müsst ihr die Initiative ergreifen. Tretet mit der Gemeinde in Kontakt, präsentiert euer Konzept und erläutert den Mehrwert eines modernen Skateparks in klar nachvollziehbarer, für die „breite Öffentlichkeit“ verständlicher Sprache. Dabei spielen sportliche als auch soziale Punkte eine Rolle, etwa: „Wir holen die Kids von der Straße weg“, „Wir bieten gelebte Integration“, „Wir sprechen Jugendliche mit einer modernen Sportart an“, „Körperliche Betätigung erhält mehr Attraktivität und Teilnehmer“ sowie „Skateboarding wird eventuell 2020 als olympische Disziplin anerkannt“. Versetzt euch in die Köpfe der Entscheidungsträger und haltet in der Stadt Ausschau nach verwandten Themen und Initiativen (Synergieeffekte). Durch eine Unterschriftenaktion könnt ihr zusätzlich den Bedarf und das Interesse an eurem Projekt belegen – je mehr Unterschriften, desto besser. In einigen Städten hat sich auch die Durchführung einer öffentlichen „Demonstration“ mit Plakaten und Skateboarding in der Innenstadt bewährt – dabei auf jeden Fall der Presse bescheid sagen (siehe 6. PRESSE).

Presse

Bringt euer Projekt an die Öffentlichkeit.

Bringt euer Anliegen in die lokale Presse, so erreicht ihr viele Menschen – darunter auch potenzielle Sponsoren – die nicht nur mit modernen Medien umgehen, sondern auch die gute alte Zeitung lesen. Eine gute Anlaufstelle zum Vereinbaren von Presseterminen oder zum Bekanntgeben von Veranstaltungen, Vorträgen und anderen Aktionen des Vereins ist das Sekretariat der Lokalredaktion eurer Zeitung. Von dort aus werden Termine an Fotografen und Journalisten vergeben und Angebote für Berichterstattung in die Redaktionssitzung weitergeleitet.

Nutzt aber neben den Printmedien auch das Web! Speziell für die aktive und junge Zielgruppe steht ihr so im Mittelpunkt des Interesses. Ihr aktiviert auch auf diesem Weg schnell weitere Fans und Aufmerksamkeit, etwa über eure eigene Homepage, Facebook-Seite oder Instagram-Account. Nicht zu vergessen ist auch Erwähnung der Fundraising-Seite des Vereins und Skateparkprojekts, sofern ihr diese eingerichtet habt (siehe 7. SPONSOREN & FINANZIERUNG).

Sponsoren & Finanzierung

„Besorgt das Geld.

Erfahrungsgemäß werden Skateparks in Deutschland fast immer zum größten Teil durch öffentliche Gelder finanziert. Aber diese Gelder werden nicht ohne Weiteres bereitgestellt, sondern häufig erst bewilligt, sofern der Träger einen gewissen Eigenanteil stellen kann. Dieser Anteil wird meistens durch Sponsorengelder und Spenden mobilisiert. Einen soliden Grundbetrag bringt ihr so auf den Tisch:

a) Sponsoren
Sponsoren gibt es genügend, aber sie haben andere Kommunikationsansprüche als öffentliche Träger. Egal, ob ihr Marken aus der Skate-Branche angeht, Lifestyle-Marken oder lokale Marken aus der Region (z.B. Energie-Anbieter) mit breiterem Publikum: Als erstes ist es wichtig, dass ihr für euer Projekt eine gute Präsentation zusammenstellt, die eure Ziele möglichst visuell und nachvollziehbar darstellt.

Die wichtigste Frage ist auch: Was bietet ihr den Sponsoren im Gegenzug? Banner-Werbungen oder gebrandete Obstacles vor Ort, exklusive Kooperation bei Aktionen und Contests? Eine gute Präsentation stellt den Nutzen für die Sponsoren in den Mittelpunkt. Tipp: Wenn ein Vereinsmitglied in einer Werbe- oder PR-Agentur arbeitet und Zugang zu Grafikdesign, Fotos und redaktionellen Ressourcen hat, umso besser. Und sucht am besten potenzielle Sponsoren auf verschiedenen Ebenen, die ihr gezielt ansprechen könnt, vom Skateshop bis zur hiesigen Sparkasse bis zum Skateboard-Großhändler.

Bitte beachten, dass es für die Einbindung von Sponsoren in öffentliche Projekte und Bauwerke häufig Einschränkungen gibt! Die Möglichkeiten der „Vermarktung“ sind aber von Projekt zu Projekt, von Amt zu Amt unterschiedlich.

b) Spenden
Neben dem klassischen „Spenden sammeln“ gibt es auch das Fundraising im Internet. Hier kann sich jeder User mit seiner Spende beteiligen und direkt mit einem Mausklick „Gutes tun“. Im Internet könnt ihr ganz einfach einige dieser Plattformen finden und euer Projekt entsprechend lancieren. Auch hier gilt: Präsentation ist Trumpf und ein gekonnter Auftritt mobilisiert Spenden (siehe auch 6. PRESSE). Ebenfalls öffentlichkeitswirksam ist das Veranstalten von Fundraising-Events (Partys / Konzerte / Merchandise), um so weitere Eigenmittel zu generieren. Durch regelmäßige Aktionen könnt ihr auch dazu beitragen, eure Aktion „lebendig“ zu halten. Das ist wichtig, denn euch Skatern fehlt ja ein fester, legaler Platz – also lauft nicht Gefahr bei der Bevölkerung „aus den Augen, aus dem Sinn“ zu sein.

c) Stiftungen
Stiftungen bieten eine weitere Möglichkeit, Gelder zu mobilisieren. Stiftungsgelder unterliegen nicht den Stadtkassen und werden auch meist in anderen Zeiträumen ausgeschüttet und verteilt. Stiftungen gibt es auf lokaler Ebene, etwa die Bürgerstiftung einer Stadt, oder auch gewerblich durch Sparkassen und Volksbanken. Hört euch auch um, ob es bei euch in der Stadt eventuell ein Spendenparlament gibt. Dort werden nämlich ebenfalls gute Projekte mit kleineren Teilsummen gefördert, also lohnt sich ein Besuch.

d) Öffentliche Gelder
Natürlich stehen auch öffentliche Gelder für jugendorientierte Projekte bereit. Diese könnt ihr über die jeweiligen Ressorts im Jugendamt oder Sportamt anfragen. Letztere verfügen auch über Infos zu den Budgets für Kunstrasenplätze oder Turnhallen und andere Anlagen für den Sport. Skateparks fallen in vielen Städten auch unter die Kategorie Spielplätze. In diesem Fall kommt das Budget für Skateparks dann nicht vom Sportamt, sondern vom Amt für Kinder und Jugendinteressen. Ferner wird bei einem Skatepark in der Regel das Grünflächenamt hinzugezogen, da es für den Bau von Spielplätzen zuständig ist. Infos darüber findet ihr meist auf den städtischen Homepages unter „Förderung“.

Je nach Art und Größenordnung des Projekts gibt es auch Hilfsgelder auf kommunaler, nationaler oder europaweiter Ebene, die ihr beantragen könnt. Die Abgabefristen für Anträge sind grundsätzlich im ersten Quartal eines Jahres. Ein umfassendes Sportförderungsprogramm gibt es grundsätzlich überall in Deutschland, aber die einzelnen Bundesländer und Kommunen sind für Richtlinien, Bedingungen und Höhe der Fördermittel selbst zuständig.

Beim Antrag auf öffentliche Fördergelder sind folgende Leitindikatoren zu beachten, die am besten auch bereits im Konzept eures Skateparkprojekts (siehe 3. KONZEPT) als „roter Faden“ eingearbeitet sind:
– Der Park muss einer breiten Nutzergruppe zur Verfügung stehen.
– Der Kosten-/Nutzen-Faktor sollte in einem positiven Verhältnis stehen (Pluspunkt für öffentliche Parks).
– Eine Gemeinnützigkeit der Anlage ist ebenfalls ein Bonus, etwa wenn der Park von Schulen genutzt werden kann.
– Die Sportstätte muss mindestens 20 Jahre lang genutzt werden können, aber diese Frist ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich.

In der Vorbereitung für den Antrag auf öffentliche Fördergelder sollten die folgenden Grundlagen erfüllt werden:
– Schöpft alle potenziellen Sponsoren und Partner (siehe 7 a) SPONSOREN) so gut ihr könnt aus.
– Verwaltet ein festes Grundbudget, da die Kommune in der Regel nicht den vollen Betrag übernimmt, sondern maximal 87,5% der Kosten einer neuen Anlage (Neubau, Grundsanierung). Bei Sanierungen werden grundsätzlich ein Drittel der Kosten übernommen.
– Der Verein muss in der Lage sein, eine gut strukturierte Projektidee vorzustellen, möglichst auch mit einer bereits vorhanden Skizze des Parks (siehe 3. KONZEPT).
– Lasst wie bereits erwähnt die Vorteile für die Öffentlichkeit klar mit einfließen.
– Stellt euch darauf ein, dass der Verein das Projekt in der Öffentlichkeit präsentieren muss und bereitet euch gut darauf vor. Wählt dazu einen Pressesprecher oder Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, der solche Aufgaben übernimmt (siehe 1. COMMUNITY).

Merke: Es gibt keinen formalen Anspruch auf die Förderung eines Skateparks mit öffentlichen Mitteln. Die Zuteilung von öffentlichen Geldern für ein Skateparkprojekt ist immer auch ein politischer Prozess. Aus diesem Grund solltet ihr beim Pitch besonders viel Durchhaltevermögen haben und immer wieder nachhaken, wenn es um öffentliche Gelder geht.“

Park-Design

Gestaltet euren Park.

Jetzt wird’s konkret! Das Design eures Parks ist der entscheidende Faktor um sicher zu stellen, dass ihr viele Jahre mit Spaß bei der Sache sein könnt. Grundsätzlich sollte sich natürlich das Park-Design an den im voraus festgelegten Zielen orientieren (siehe 3. KONZEPT) und alle Erwartungen erfüllen (Nachwuchstauglichkeit, Street oder Bowl, etc.). Bevor es an die Finalisierung des Designs geht und die Integration von Partnern und Unterstützern ansteht, sollte das Park-Design so anspruchsvoll wie möglich gestaltet sein. Im Idealfall könnt ihr euch professionelle Hilfe dazu nehmen: Involviert Skater, die bereits einen Park geplant haben oder arbeitet direkt mit einer professionellen Agentur bzw. einem Architekten zusammen, der entsprechende Erfahrungen hat. So lassen sich genau die Fehler vermeiden, die jemand macht, der zum ersten Mal einen Skatepark plant!

Es ist auch ratsam, bei der Gestaltung des Designs öffentlich um Mithilfe aufzurufen. Ihr seid ja in gemeinnütziger Sache unterwegs, also sollten die Leute auch ihre Meinung und Wünsche äußern können. Zum Beispiel könntet ihr eine kleine Umfrage auf Facebook starten („Was muss der Park können?“, „Welche Obstacles hättet ihr am liebsten?“ „Welche Features sollten noch ergänzt werden?“ etc.) So kann sich jeder Interessierte einbringen und nachher fühlt sich niemand übergangen. Wertet diese Umfrage später durch ein „Expertenteam“ aus und gebt die Infos an den Skateparkdesigner weiter.

ACHTUNG: FALSCHER KOMPROMISS!

Ein häufiges Problem bei der Planung von Skateparks mit öffentlichen Mitteln ist, dass man mehr Wünsche und unterschiedliche Vorstellungen unter einen Hut bringen muss, als mit dem vorhandenen Budget und Platz zu berücksichtigen wäre. Hier gilt es, die richtigen Prioritäten zu setzen und ein gutes Design zu entwickeln! Da solche Aspekte aber oft als Geschmacksache angesehen werden und dann oftmals Meinung gegen Meinung steht, ist es ratsam, sich für diese Problematik externe Hilfe zu holen, die mit solchen Situationen vertraut sind und mit euch gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

Das wichtigste ist, dass der Park funktioniert und Spaß macht, d.h. auch später entsprechend genutzt wird. Aus Sicht der Stadt wird der Erfolg einer Investition in einen Skatepark daran gemessen, wie stark der Park genutzt wird und dass es keine Probleme mit den Anwohnern gibt (Lärm und Müll).“

Skatepark Company

Wählt den richtigen Skateparkbauer aus.

In der Regel müssen Projekte der Stadt öffentlich ausgeschrieben und an Baufirmen vergeben werden, um Transparenz zu gewährleisten. Es sind ja Gelder der Steuerzahler im Spiel. Der Umfang der Ausschreibung richtet sich vor allem nach der Höhe des Budgets. Trotz dieses bürokratischen Vorgangs ist es häufig möglich, als „Sachverständige“ – und das seid ihr ja als Skateboardverein – eure bevorzugte Skatepark-Company ins Gespräch zu bringen. Sucht euch daher diejenigen Parks in Deutschland heraus, die euch gefallen und recherchiert, wer sie gebaut hat. Entsprechende Referenz-Projekte sind der wichtigste Anhaltspunkt für die Wahl der Firma.

Merke: Es ist wichtig, bestimmte Qualitätskriterien bereits in der Ausschreibung festzulegen, damit nicht zwangsläufig der günstigste Anbieter den Auftrag bekommt, sondern der, der die gewünschten Vorgaben am besten umsetzen kann.

Unabhängig vom Budget oder Projektstil empfehlen wir ganz klar möglichst mit Ortbeton – also Beton, der vor Ort auf der Baustelle verarbeitet wird – zu bauen, anstatt mit Fertigelementen. Das ist in der Regel günstiger, man ist flexibler und das Ergebnis entspricht wesentlich besser den Erwartungen der Skate-Szene.

Gerade in dieser heißen Planungsphase heißt es „am Ball bleiben“, denn ihr wollt ja nicht, dass euer „Baby“ beim falschen Skateparkbauer landet.

Umsetzung

Bleibt dran.

Jetzt gilt es, auf der Zielgeraden nicht die Puste zu verlieren. „Dran bleiben und die Kontrolle behalten“ lautet die Devise. Bestimmt intern einen Projektleiter als festes Bindeglied zwischen Stadt und Designer, der immer die Hand am Handy hat, falls er gebraucht wird. Ebenso ist ein Bauleiter als Vertreter vor Ort sinnvoll. Er fungiert auch als Ansprechpartner für den Skateparkdesigner und gegebenenfalls als Koordinator der verschiedenen beteiligten Gewerke. Theoretisch ist es für den Verein auch möglich, die sogenannte „künstlerische Oberbauleitung“ in Abstimmung mit der Stadt und dem Architekten für das Projekt zu übernehmen.

Grundsätzlich ist entscheidend, dass ihr sehr eng an der Umsetzung mitarbeitet und offene Kommunikationsstrukturen pflegt. Häufig ergeben sich im Zuge des Baus immer wieder Fragestellungen und neue Situationen, bei denen eine neue Entscheidung getroffen werden muss – und zwar mit Verständnis für „Skate-Details“. Wir alle wissen, dass es einen großen Unterschied macht, wenn die Curbs zu niedrig oder Rails ein paar Zentimeter zu hoch sind, also habt keine Angst den Leuten auf die Nerven zu gehen – wenn der Beton erst mal hart ist, war es zu spät…

Also: Organisiert euch und tretet gemeinsam für euren Local-Skatepark ein – es lohnt sich!

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