Köln Kalk, Skatehalle

Info

Auftraggeber
Stadt Köln
Eröffnung
Januar 2023
Gesamtfläche
1300 m²
Bausumme, netto
370.000 €
Leistungen
LP 1-8
Ausführung
Mindworkramps

Beschreibung

Die AbenteuerHallenKalk sind eine Jugendeinrichtung der Jugendzentren Köln gGmbH. Die Einrichtung ist spezialisiert auf urbane Bewegungskulturen wie Klettern, Artistik, Dirt und Trail. Der Skatepark in der Halle59 ist seit knapp 20 Jahren fester Bestandteil der Einrichtung. Er deckt die Bereiche Skateboarding, BMX, Inline Skating, Stunt Scooter und WCMX ab und hat sich als fester Treffpunkt vieler verschiedener Nutzer*innen etabliert. Dadurch kam es, besonders in den Wintermonaten, häufig zu einer starken Auslastung der räumlichen Kapazitäten und darüber hinaus. So wurde LNDSKT mit der Ausarbeitung eines Konzepts zu Neugestaltung und Erweiterung der Skate-Fläche beauftragt.

Die Vielzahl der Nutzergruppen mit teils völlig unterschiedlichen Bedürfnissen, Vorstellungen und Wünschen, stellte eine ganz besondere Herausforderung in der Planung des Umbaus dar. In einem mehrstufigen Prozess wurden die Jugendlichen und jungen Erwachsenen vom Vorentwurf bis zur Fertigstellung maßgeblich in die Planung involviert. Um die Überlastung in den Wintermonaten in den Griff zu bekommen, entwickelten wir zunächst ein qualitatives Flächenkonzept nach Fahrtgeschwindigkeiten. Die Ausrichtung der Planung orientierte sich dabei nicht ausschließlich an dem quantiativen Anteil der Nutzergruppen, sondern vor allem an den folgenden drei qualitativen Merkmalen der Bewegungspraktiken: (1) historische Kontinuität, (2) kulturelle Relevanz und (3) durchschnittlicher Grad des Engagements der Aktiven.

Bei der Wahl der Bauweise steht man bei der (Um)Planung einer Skatehalle stets vor einem Dilemma: während die Beton-Bauweise große qualitative Vorteile bietet, punktet die Holzbauweise in Sachen Flexibilität. Die Holzbauweise ist für Outdoor Skateparks nicht zu empfehlen, jedoch Indoor aufgrund des fehlenden Witterungsaspekts durchaus eine legitime Option, auch wenn zu Lasten der Qualität.

Mit einem hybriden Ansatz verschmelzen im Skatepark Design der Halle59 die Bauweisen miteinander und die Vorteile beider Bauweisen ergänzen sich. So bilden Elemente aus Ortbeton im Street Bereich eine feste Infrastruktur nach Multi-Line-Konzept. Ergänzt wird dies durch eine Vielzahl besonders hochwertiger mobiler Features, die zusammen ein nahezu endloses Spektrum an Line- und Kombinationsmöglichkeiten bietet. Dies ist zum Vorteil aller Skatepark Nutzer*innen auf jedem Können-Niveau. Separiert hiervon ist die Jumpline vollständig aus Holz und der anfängerfreundliche Bowl komplett aus Beton gebaut.

Der Street Teil ist nicht nur ein Angebot für Skateboarding, Bike/BMX, Stunt-Scooter und Inline-Skating, sondern schließt im Sinne einer inklusiven Teilhabe auch eine Nutzung für WCMX (Wheelchair-Skating) mit ein. Außer der barrierefreien Erschließung der Aufenthalts- und Zuschauerbereiche der Anlage führen WCMX-gerechte Auffahrtrampen auf die Startpunkte / Tables. So können die WCMX-Skater*innen vom ebenerdigen Höhenniveau aus eigener Kraft, autark, hinauf gelangen, um gemeinsam mit allen anderen Nutzer*innen in den Street Skatepark zu starten.