Haus der Kunst, München

Info

Auftraggeber
Haus der Kunst München
Eröffnung
Juli 2025
Gesamtfläche
440 m²
Bausumme, netto
100.000€
Leistungen
LP 1-8
Ausführung
IOU Ramps

Beschreibung

Im Rahmen der Ausstellung „Für Kinder. Kunstgeschichten seit 1968“ entstand im Haus der Kunst München ein außergewöhnlicher Hybrid aus Kunstinstallation und Bewegungsskulptur: Haus der Magnet – ein temporärer, befahrbarer Raumkörper nach einem Entwurf der international renommierten Künstlerin Koo Jeong A. Die 440 m² große Intervention verwebt konzeptuelle Skulptur, räumliche Atmosphäre und urbane Bewegungskultur zu einem offenen Erfahrungsraum an der Schnittstelle von Kunst, Architektur und sozialer Praxis.

Die skulpturale Struktur wurde im östlichen Innenraum des Hauses verortet und erweitert sich über klappbare Rampenelemente in den Außenraum. So entsteht ein fließender Übergang zwischen innen und außen, Licht und Schatten, Körper und Raum. Z-förmige Sitzbänke, geschwungene Rampenformen und durchlässige Blickbeziehungen machen den Ort gleichermaßen nutzbar und betrachtbar – ein Raum der Bewegung und der Kontemplation.

Zentraler Bestandteil ist ein skulptural modellierter „Vulcano“, umschlossen von einer U-förmigen Quarterpipe, flankiert von funktionalen Elementen wie einem Manual Pad, integrierten Sitzstufen und einer photolumineszierenden Oberfläche. Die Gestaltung folgt dem taoistischen Prinzip des Qi – der Idee einer fließenden, universellen Lebensenergie. In der Nutzung wird diese Energie über Bewegung, Geschwindigkeit, Lichtreflexe und soziale Interaktion physisch und atmosphärisch spürbar.

Die planerische Umsetzung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin. Ziel war es, die gestalterische Idee in eine funktionale und sicherheitskonforme Raumskulptur zu überführen – unter Berücksichtigung musealer Rahmenbedingungen und technischer Anforderungen. Besonderes Augenmerk galt dabei der Einsteigerfreundlichkeit in Kombination mit kreativen Nutzungsmöglichkeiten für Fortgeschrittene. Eine projektspezifische Lösung ermöglichte die Verwendung photolumineszierender Farben auf feuerfestem Untergrund, ohne die Fahrbarkeit der Oberfläche zu beeinträchtigen. Hierzu wurde ein individueller Aufbau aus zertifizierten Brandschutzplatten durch ein Vakuum-Druckversiegelungsverfahren der Firma Firesec realisiert, auf den die Beschichtung der Firma ColuxGlow appliziert werden konnte.

Mit Haus der Magnet entsteht kein klassisches Ausstellungsobjekt, sondern ein temporärer Möglichkeitsraum: Kunst zum Erleben, Bewegung als Medium der Wahrnehmung – eine befahrbare Skulptur, die museale Grenzen überschreitet und zur aktiven Teilhabe einlädt.