Wesseling, Skatepark

Info

Auftraggeber
Stadt Wesseling
Eröffnung
Sommer 2022
Gesamtfläche
550 m²
Bausumme, netto
356.000 €
Leistungen
LP 1-8
Ausführung
Anker Rampen

Beschreibung

Als Teil einer Komplett-Sanierung der Anlage ‚Am Entenfang’ in Wesseling wurde in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Nutzergruppen ein Design entwickelt, nach dem die bestehende Anlage in einer umfassenden Sanierung zu  einem modernen Skatepark umgebaut und durch ein integriertes Parkour-/ Calisthenics-Konzept erweitert wird.

Ausgerichtet an den Wünschen der Nutzer wird so auf einer Fläche von rund 550 m2 ein belebter Bewegungs- und Freizeit-Treffpunkt für informelle Bewegungspraktiken (wie Skateboarding, BMX, Inline-Skating, Wheelchair-Skating, Stunt Scooter und Parkour) entstehen, der sich durch eine besondere Aufenthaltsqualität auszeichnet und nicht zuletzt die funktionale und gestalterische Qualität der bestehenden Anlage erhöht.

Auf einer verhältnismäßig kleinen Fläche von 450 m² sieht die Planung einen ausgewogenen Mix aus Street- und Flow Skatepark in Ortbetonbauweise vor. Dabei bedient sich das Design sowohl an Elementen, die in ihrer Art und Form Mobiliar aus dem urbanen Raum (wie Sitzbänke, Geländer, etc.) nachempfunden sind (Street), als auch an organisch geformten Elementen, die sich vor allem durch einen hohen Fahrfluss (Flow) auszeichnen. Die Anordnung der Elemente zielt speziell darauf ab, eine Vielzahl an möglichen, miteinander kombinierbarer Fahrtwege (Lines) in einem Multi-Line Skatepark Konzept zu ermöglichen und so eine nachhaltig kreative Nutzbarkeit des Skateparks gewährleistet.

Das Design berücksichtigt dabei nicht nur die Bedürfnisse Fortgeschrittene Nutzer*innen, sondern ermöglicht vor allem auch Anfängern und Jüngeren einen einfachen Einstieg. So ist die Grundhöhe mit maximal einem Meter relativ niedrig gehalten. Gleichzeitig finden sich auf der gesamten Fläche vereinzelt höher gestaltete Hindernisse speziell für Fortgeschrittene wieder: Wallrides, Quarter- und Bank-Extensions. Insbesondere ist auch Wheelchair Skating (WCMX) mit in das Konzept integriert. Hierfür wurden auf die Integration zweier WCMX gerechten Auffahrtsrampen geachtet, die es Nutzer*innen ermöglicht aus eigener Kraft einen hohen Startpunkt zu erreichen.

Bedingt durch die begrenzte Grundfläche, kam dem Design der Parkour-Anlage eine besondere Bedeutung zu, denn, analog zum Skatepark sollte auch der Parkour- Bereich für eine möglichst breite Nutzergruppe und für verschiedene Könnens- Niveaus nutzbar sein. Aus diesem Grund greift das Konzept eine, in Deutschland bisher einzigartige, direkte Integration der Parkour-Elemente mit der Stirnseite des Skate-Bereichs auf. Dadurch entstehen Ergänzungseffekte, die eine effektive Nutzung der gesamten 100 m² Grundfläche ermöglichen. Angeordnet nach verschiedenen Könnens-Niveaus und Ausprägungen des Parkour-Sports bietet die Anlage einen niederschwelligen Einstiegs-Bereich, sowie einen ‚Sticks & Strides‘ Bereich, einen ‚High Bar‘ und ‚Rail Flow‘ Bereich, die sich vor allem durch die Kombination aus verschieden hohen Stangenelementen auszeichnen, sowie einen ‚Vault Park‘, der urban inspirierte Elemente mit mittlerer Grundhöhe in verschiedenen Lines verbindet. Gerade der mittlere Geländer-Bereich (mit Leitern und Quer-Gestänge) bietet zudem Outdoor-Fitness (Calisthenics) Nutzern die Möglichkeit zur Ausübung ihres Sports.

Neben der Auswahl der Ausstattung der verschiedenen Flächen nimmt auch die gestalterische Einbindung der einzelnen Bereiche in die Umgebung eine zentrale Rolle für das Gesamtbild der Anlage ‚Am Entenfang‘ ein. So wurden die beiden funktional verbunden Flächen ebenerdig mit der Zuwegung im Norden sowie der neu entstandenen Allee-Wegeführung entlang der Längsseite platziert, um eine blickdurchlässige und offene Atmosphäre mit viel Aufenthaltswert zu schaffen – ein Konzept, das nicht zuletzt ein sicheres Umfeld für junge Nutzer und Gender- Inklusiver schafft. Sitzbänke entlang der Allee sowie ein designierter Aufenthaltsbereich für Nutzer mit integrierter Besenbox laden zum Verweilen und Zuschauen ein. Farblich orientieren sich die beiden Flächen an einer urbanen Ästhetik, die Akzente aus dem Straßenverkehr aufgreift gestalterisch in das Konzept einfließen lässt. Auch das Design der verschiedenen Flächen greift den urbanen Charakter der Anlage auf. So wird im Bereich des Skateparks durch grün und rot pigmentierten Beton sowie durch die Auswahl verschiedener Materialien in den einzelnen Features eine Atmosphäre geschaffen, die an Basketball Courts in New York erinnert. Auch der Streetball Court und der Outdoor Gym Bereich greifen optisch diese besondere Ästhetik auf.